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Pfingsten

Liebe Leserin, lieber Leser

Juri Gagarin, sowjetischer Kosmonaut und erster Mensch im All, soll nach der Rückkehr vom Weltraumflug gesagt haben: „Ich habe da oben keinen Gott gesehen.“

Das ist natürlich plumper Materialismus: nur zu glauben, was man sehen und messen kann. Und Gott „außen“ zu suchen.

Eine materialistische Weltsicht – von der es viel mehr Spielarten gibt als die kommunistische – sieht nur die Oberfläche und erklärt diese zur alleinigen Wirklichkeit. Um die Tiefendimension des Lebens sehen zu können, braucht es mehr. Da braucht es „Geist“, „Heiligen Geist.“

Ich selber kann ohne Hilfsmittel nicht mehr gut lesen und auch in der Ferne sehe ich nicht mehr so gut. Wenn ich meine Brille absetze ist meine ganz klar erkennbare Welt unscharf und nicht so klar und deutlich wie mit Brille zu erkennen. Trotzdem ist sie ja da, auch wenn ich sie nicht klar sehe. Die Gabe des Heiligen Geistes, die Tiefendimension sehen zu können, mehr glauben zu können als die materielle Oberfläche, ist wie eine Brille. Geist der Wahrheit, Geist der Klarheit....

Eine gewisse Stimmung oder Grundhaltung, was auch nicht klar messbar ist und dennoch eine Gruppe bestimmt, kann man auch „Geist“ nennen (Amerikaner würden „spirit“ sagen). In jeder Schulklasse, jeder Firma, jeder Nachbarschaft herrscht ein bestimmter spirit / Geist. Der Geburtstag der Kirche – so wird manchmal Pfingsten genannt – feiert das Wunder, dass Gottes Geist über eigene Interessen und Egoismen hinausführt. Ich bin mit meinem Leben Teil eines Ganzen, Weitem, Ewigem. Und ich bin es nicht allein. Meine Nächste / mein Nächster wird zur Schwester, zum Bruder. Das ist eine Erfahrung der Entgrenzung – in der Pfingstgeschichte in Apostelgeschichte 2 wird erzählt, dass durch die Wirkung des Heiligen Geistes plötzlich die Sprachbarriere überwunden wurde und die Menschen andere Sprachen verstehen konnten....

Interessant ist, dass in der Bibel Heiliger Geist in Phänomenen der Bewegung und der Kraft beschrieben wird. Feuer. Wind. Wind kann man nicht „haben“; Feuer ist Symbol geistlicher Kraft.

Wind kann man nicht sehen, aber er bewegt. Das „Schiff, das sich Gemeinde nennt“ wird durch Gottes Geist durch die Zeiten bewegt.

Das ist großartig. Das größte Wunder aber bleibt, dass wir die Kraft des Ewigen in uns spüren können. Der große Gott macht sich klein – das feiern wir an Weihnachten. In der Auferstehung siegt die Kraft des Lebens – das feiern wir an Ostern. Dass das uns gilt, dass das in unseren Lebensgeschichten wahr wird, das feiern wir an Pfingsten. „Gott in uns“, als Seelenkraft und Lebens-Perspektive.

Manchmal ist das nicht leicht zu sehen, es bleibt schillernd und mehr zu erahnen als zu begreifen. Aber Gott schreibt seine Liebe in unsere Lebensgeschichten hinein. Wenn wir innehalten – und Gott seinen Heiligen Geist dazu schenkt – können wir die Tiefe und Weite des Lebens, unseres Lebens, erkennen. Und ergreifen.

Das wünsche ich Ihnen von ganzem Herzen.

Es grüßt Sie herzlich, Ihre Klinikpfarrerin Ulrike Hermann

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